‚Das Bier entscheidet‘: Populistischer Slogan soll Wahlkampf retten

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Gewinnbringend: populistischer Slogan
Gewinnbringend: populistischer Slogan

Politik gibt sich gerne volksnah. So auch die SPD und ihr Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, der mit einem völlig neuen Wahlspruch punkten will. Die ursprüngliche Version „Das WIR entscheidet„, das die Verantwortung auf Andere lenken sollte, gilt nunmehr als verworfen. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren.
AUGSBURG|ndw

[dropcap]D[/dropcap]as Bier entscheidet„. Ein grandioser Einfall, der ihm den vielversprechenden Kanzlerposten bescheren wird oder bloß ein populistischer Spruch, der mit Frohsinn die eigene Abhängigkeit zu umschiffen versucht. Nicht die Abhängigkeit vom Zaubergetränk der südlichen Konkurrenz, sondern eher die unersättliche Sucht nach der obersten Stufe im Weltgeschehen.

Peer Steinbrück gilt in Fachkreisen als dilettantisch. Er sei rau, fahrlässig und auf der ständigen Suche nach Anerkennung, beteuern Kollegen, die unerkannt bleiben wollen und daher ihre Tätowierungen mit Bierdeckeln decken. Aber genau so einen brauche man, um die Wahlkampfmaschinerie zu befeuern. Niemand sonst sei in der Lage, „wie ein Bierkutscher zu fluchen“ und gleichzeitig eine Krawatte zu binden, lautet der Erklärungsversuch.

Der Kanzlerkandidat selbst äußert sich zu dem Richtungswechsel gelassen:

„Wir sind und waren eine Partei voller Widersprüche. Gestern galt [highlight color="eg. yellow, black"]das Wir[/hi[/highlight], heute schon das Bier und morgen bringe ich vielleicht ein Meerschweinchen mit auf die Bühne und lese ihm live aus meinem Buch vor. Wer weiß? Die Welt unterliegt einer ständi.. ständige.. Moment, der dumme Rösler lacht – ich komm´ gleich wieder. […[…] Die Welt unterliegt also einer ständigen Wandlung, die wir in unserem Programm selbstverständlich berücksichtigen müssen und daher auf jeden Zug aufspringen, der zweigleisig fährt.“

So kamen wir dank eines Hefegetränks in den Genuss dieser seltenen Offenheit. Zum Wohl! Zum Gemeinwohl, um genau zu sein.

fed, Monolog hat so nicht stattgefunden; Artikelbild: © Moe_, CC BY 2.0, brb, NichtDiewelt

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