Videoübertragung bei NSU-Prozess: Türkische Journalisten bitten darum, ihre Bärte zu verpixeln

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NSU - Prozess - Türkische Medien - Satire
Unkenntlich gemacht: Türkischer Journalist
Unkenntlich gemacht: Türkischer Journalist

Die Absage des Oberlandesgerichts bringt das Bundesverfassungsgericht auf den Plan. Dabei prüft es neben der geplanten Live-Schaltung der Verhandlung bei Sky-Family auch einen Eilantrag bezüglich der Anonymisierung türkischer Schnurrbärte.
KARLSRUHE|ndw

[dropcap]D[/dropcap]er Prozess rund um Beate Zschäpe und ihre mutmaßlichen Komplizen gestaltet sich zunehmend absurd. Nach dem Sitzplatzdebakel und wegen der geringen Motivation der Hauptangeklagten, bei „dem Hin und Her noch mitzumachen“ wurde die Eröffnung bereits verschoben. Nun plädieren Rechtsverteidiger von Nebenklägern auch noch für eine demokratische Live-Übertragung der Gerichtsverhandlung und referieren dabei auf den norwegischen Breivik-Prozess sowie deutsche Analogien wie Barbara Salesch oder Alexander Hold.

Hat man aber schon „einen Fuß in der schweren Tür“ des Bundesverfassungsgerichts, pochen weitere Interessenten auf ihr individuelles Recht. So melden sich türkische Medienvertreter zu Wort und erbitten, bei potentieller Fernsehübertragung ihre Schnurrbärte unkenntlich zu machen.

Der Grund dafür sei für das deutsche Gericht nicht gänzlich nachvollziehbar, werde jedoch mit kultureller Begründung akzeptiert: man wolle zu Hause wegen des erbitterten Kampfes um die Platzvergabe und damit verbundene Ungerechtigkeiten nicht erkannt werden. Denn der Schnurrbart fungiere als das zentrale Unterscheidungsmerkmal türkischer Männer, verrät Baran Ergün (Abb.) von der Göksune Ründschau und wünscht allen Zuschauern gelungene Unterhaltung.

fed; Artikelbild: © chris_hau, CC BY 2.0

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