Urteil gegen Skandalband Pussy Riot

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Pussy Riot - Putin

Pussy Riot – mildes Urteil ausgesprochen.
MOSKAU|ndw

[dropcap]D[/dropcap]as Bangen hat ein Ende: Trotz anfänglicher Befürchtungen zahlreicher Rechtsexperten fällt das Urteil gegen die bunten „Punk-Gören“ aus der Millionenmetropole eher gemäßigt aus. Diese Tatsache hat die Musikgruppe hauptsächlich westlichen Idolen wie Madonna, Britney Spears oder David Hasselhoff zu verdanken. Der ehemalige Baywatch-Star und Mauersegler mobilisierte seine stärkste Waffe und sang vom Dach des Kreml eine extra für Pussy Riot angepasste Version seines Erfolgshits „I´ve been looking for freedom“. Dessen veränderter Titel lautete „You´ve been looking for freedom“ und schlug ein wie im November ´89. Während die Popikone Madonna, die sich aufgrund ihres Namens mit Kirchenrecht gut auskenne, unterstützend mitsang, zogen sich Britney Spears und ihre Kollegin Lindsay Lohan auf dem Roten Platz solidarisch aus.
Wla di mir - so ich dir: PutinNicht zuletzt der neue und somit noch wenig bekannte russische Präsident Wladimir Putin beeinflusste die unbefangene Richterin Marina Syrowa begünstigend, nachdem er mit seinem persönlichen Patriarchen Alexei Rücksprache gehalten hatte.

Heute Morgen gegen 06:03 Moskauer Zeit formulierte das Gericht das lang erwartete Urteil gegen Pussy Riot, das westliche Staaten schließlich aufatmen ließ. Das Strafmaß ist milder als befürchtet. Es verpflichtet ausgewählte Mitglieder der Band zu ausgelassenem Tanz und Gesang in ausgesuchten Kathedralen Moskaus. Ausdrücklich betont wurde seitens der Richterin, dass die Frauen dabei als besonderes Zeichen der Schande Bunte Gesichtsmasken und Gitarren zu tragen haben.

Nicht gemeint: Maske

Ungeachtet dieser erlösenden Meldung, äußern sich deutsche Politiker zu Putins Regierung eher skeptisch:
„Bezüglich der deutsch-russischen Kooperation sehe ich angesichts solch alarmierenden Zustände tendenziell schwarz. Ich kenne zwar keines der Lieder von Pussy Riot, finde aber, dass sie im Recht sind“, kritisiert die ehemalige Geschäftsführerin der Piratenpartei und selbst Frau – Marina Weisband. Cem Ötzdemir – derzeitiger Vorsitzender der Grünen – meint, dass das bereits im Februar dieses Jahres aufgeführte Tanz-Gebet der Punkinnen längst verjährt sei. Außerdem tragen mindestens zwei der Mädchen grüne Masken, was ökologisches Verständnis zeige, so der Bündnis-90-Chef gegenüber der nicht-die-Welt.
Die Mitglieder der Band selbst konnten wir für ein ausführliches Interview leider nicht gewinnen. Wir wissen lediglich, dass die Frauen ihre Tat bereuen. Sie sehen jetzt ein, dass Gesang jeglicher Art nichts in einer Kirche zu suchen habe.

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fed; Foto oben: © Denis Bochkarev, CC BY 3.0| Foto unten: © siebbi, CC BY 3.0 

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