Immer weniger deutsche Studenten wollen nach Syrien

, in Bildung Menschen

Geschätzte Lesezeit: 21 Minuten, 7 Sekunden

Auslandsstudium-Syrien-Bürgerkrieg-Satire
Mag Wetter: deutsche Studentin

Studentische Auslandsaufenthalte sind beliebt – besonders warme Orte genießen ein hohes Ansehen. Um so verwunderlicher ist der starke Rückgang der Syrien-Freiwilligen. Erasmus-Erfahrene wissen, warum.
ALEPPO|ndw

[dropcap]E[/dropcap]in Auslandsstudium gehört heutzutage zum guten Ruf einfach dazu – selbst zukünftige Arbeitgeber legen Wert auf Auslandserfahrung. Tatsächlich bietet ein Austausch viele Vorteile: man lernt neue Sprachen, erkundet fremde Kulturen, hört auf, Ausländer zu meiden. Doch für Syrien scheint das alles nicht mehr zu gelten. Noch vor wenigen Jahren riss man sich um die Plätze im sonnigen Staat – heute bleibt nur eine gähnende Leere.

Maria Kramer ist eine der wenigen, die das syrische Antragsformular ausfüllt und kann diese Abstinenz nicht begreifen: „Das ist jetzt mein erster Austausch und ich bin schon ein wenig aufgeregt. Dass die meisten nicht nach Syrien wollen, verstehe ich nicht. Das Wetter ist einfach der Wahnsinn. Und in den Nachrichten kam lange nichts mehr, deswegen denke ich, dass die Probleme dort mittlerweile vorbei sind.“
Studenten, die in den vergangenen Jahren in Syrien waren, mahnen jedoch zur Vorsicht. „Die Bedingungen haben sich meiner Meinung nach drastisch verschlechtert„, konstatiert Maximilian P., ein ehemaliger Erasmus-Student aus Aleppo. „Viele Sehenswürdigkeiten sind zerstört, das Nachtleben tot – es gibt kaum etwas zu sehen. Tagsüber Granateneinschläge und Kriegsgeschrei – da resigniert selbst der geübteste Lerner.

Umgekehrt ist das Interesse jedoch gestiegen: immer mehr syrische Studenten wollen ins Ausland. Präferiert werden dabei die Vereinigten Staaten, da man dort seine Waffe auch auf dem Campus tragen darf.

Satire - Online - Nachrichten - Magazinfed; Artikelbild: © Joxe, CC BY 2.0 

Sie berichten über Syrien?
Dann folgen Sie uns bitte
+ weder bei Twitter
+ noch auf Facebook oder Google+
+ und erst recht nicht im Newsreader

facebook

Send this to a friend