Nach Steinbrücks Rückzug: Sein Gag-Schreiber sucht neue Aufträge

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BERLIN · Das schwache Wahlergebnis der SPD zieht weite Kreise. Nach dem am Freitag verkündeten Rückzug aus der Spitzenpolitik löst Peer Steinbrück sein Arbeitsteam auf. Unter ihnen auch der langjährige Gag-Schreiber Christoph Schroer, der nun um seine Existenz fürchten muss.

Direkt, schlagfertig und immer einen lustigen Spruch auf den Lippen – so beschreiben die meisten den ehemaligen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. Dass hinter seinen besten Kalauern allerdings ein anderer steckt, weiß kaum jemand. „Und das ist auch gut so“, lacht Christoph Schroer. „Sonst wäre ich schon viel früher arbeitslos gewesen.“ Der Witzeschreiber, der schon für Show-Größen wie Harald Schmitt oder Stefan Raab schrieb, agiert im Hintergrund und gerät über Empfehlungen schließlich an „den Größten“ der Branche. Seit August 2011 schreibt er ausschließlich für Peer Steinbrück und kann sogar davon leben.

Unvergessene Knaller wie „Spitzensteuer“, „Rente für alle“ oder der „gesetzliche Mindestlohn“ gehen auf das Konto des gebürtigen Kölners. Selbst die Idee zu dem „Stinkefinger“ auf dem Cover des SZ-Magazins stammt von ihm. Doch das Geschäft mit den Witzen ist alles andere als ein Selbstläufer. „Es ist harte Arbeit“, so Schroer. „Als ich die Idee zu dem Mindestlohn hatte, brauchte es mehrere Anläufe, bis Peer damit einverstanden war. In der ersten Version waren es noch 18,5, dann 12, und bei 8,5% war mein Honorar schließlich sicher.
Mit Steinbrücks Rückzug aus der politischen Spitze ist Schroers Lebensstandard gefährdet, denn er habe nie etwas anderes gelernt als das Schreiben von Witzen. „Doch ein Schroer gibt nicht so schnell auf.“ Zur Zeit jobbt er zwar noch hin und wieder für den Aufsichtsrat des Flughafens Berlin-Brandenburg, möchte in naher Zukunft jedoch auch bei Ronald Pofalla (CDU) vorsprechen.

Satire - Online - Nachrichten - Magazinfed; Artikelbild: © NEXT Berlin, CC BY 2.0 

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