Edward Snowden in Wirklichkeit Günter Wallraff

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Moskau (dw) – Die Welt kann aufatmen: der entflohene „Snowden“, der international für reichlich Aufregung sorgte, ist kein geringerer als der bekannte Enthüllungsjournalist Günter Wallraff.

Und wieder ist es ein Deutscher, der internationale Geheimdienste an der Nase herumführt. Günter Wallraff zählt in seiner Heimat bereits zu den Besten und darf nach seinem neuesten Streich sicherlich auch auf internationalen Erfolg hoffen.
Zahlreiche Projekte gehen auf sein Konto: als türkischer Gastarbeiter maskiert deckte er bereits in den Achtzigern Ungerechtigkeiten in der deutschen Stahlindustrie auf.

„Damals hatte ich viel Zeit, erklärt Wallraff seinen frühen Gerechtigkeitssinn. Die Achtzigerpartys waren noch nicht so beliebt und das Benzin nicht so teuer – also kam ich gut rum. Ich schlüpfte dabei in verschiedene Rollen und prüfte die soziale Umgebung auf ihre Konformität. Mal als Türke, mal als Neger… Oh, könnten Sie den letzten Teil bitte rausschneiden? Ja, genau, den mit dem ‚Neger‘. Mal als Türke, mal als Afrikaner, mal als Deutscher verkleidet versuchte ich, überall Arbeit zu finden und fand stattdessen Freunde und vieles über das menschliche Sozialverhalten heraus.“

Die Idee des „Edward Snowden“ kam dem Journalisten als er mit seinen Freunden über die Zeiten des Kalten Krieges sinnierte. „Der Eiserne Vorhang war ein Geschenk – der Krieg war ja spannender als jedes Kino„, erinnert sich ein Diskussionsteilnehmer, der, ähnlich wie Wallraff, unerkannt bleiben möchte. Ob sich Wallraffs Intention seines neuesten Coups auch auf reine Unterhaltung beschränkt, lässt sich allerdings nicht eruieren. Denn zu seinen genauen Absichten äußerte er sich nicht.

Die Maskerade ist vorbei, und obgleich sich betroffene Staaten wegen Snowdens Nichtexistenz erleichtert zeigen, ist eine internationale Beruhigung noch lange nicht in Sicht. Denn die Schlüsselfrage bleibt: warum sorgte sich die US-Regierung so um einen entflohenen Agenten, wenn er gar nicht erst existierte? Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) befinde sich jedenfalls auf dem Weg zum Flughafen, um auch diesem Mysterium nachzugehen, so das zuständige Ministerium.

Satire - Online - Nachrichten - Magazinfed; Artikelbild: © Laura Poitras, CC BY 3.0 | Jens U, CC BY-SA 2.0  

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