Erleichterung: Edward Snowden in Wirklichkeit Günter Wallraff

Das war wohl bislang sein größter Coup: Der vermeintlich entflohene Ex-NSA-Agent Edward Snowden ist in Wirklichkeit kein geringerer als Günter Wallraff. Der deutsche Enthüllungsjournalist, der über drei Jahre lang vorgab, im russischen Exil zu leben, hat am Mittwochmorgen in einer Moskauer Pressekonferenz sein Versteckspiel aufgegeben. Dieses Projekt, so schätzen Experten, ist der internationale Durchbruch des 73-Jährigen.

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Moskau (dw) – Das war wohl bislang sein größter Coup: Der vermeintlich entflohene Ex-NSA-Agent Edward Snowden ist in Wirklichkeit kein geringerer als Günter Wallraff. Der deutsche Enthüllungsjournalist, der über drei Jahre lang vorgab, im russischen Exil zu leben, hat am Mittwochmorgen in einer Moskauer Pressekonferenz sein Versteckspiel aufgegeben. Dieses Projekt, so schätzen Experten, ist der internationale Durchbruch des 73-Jährigen.

Gegenüber der Presse gab Wallraff nur einige Details preis: So begannen die Vorbereitungen für das langjährige Projekt bereits Ende 2008. Damals reiste der Journalist in die USA ein, um als Edward Snowden beim Geheimdienst NSA anzuheuern. In diesen Jahren habe Wallraff nach eigenen Angaben eine Menge über Geheimdiensttätigkeiten sowie Computer gelernt, aber auch viele seiner Bekannten ausspioniert. Erst im Sommer 2013 leitete er mit einer konstruierten Flucht nach Russland die sogenannte NSA-Affäre ein. Dort lebte er über mehrere Jahre in einem Moskauer Vorort. Um in Deutschland nicht aufzufallen, reiste er immer wieder als Günter Wallraff in die Heimat und produzierte – wie er sagt – eine Alibi-Show auf RTL. Mit seinem Projekt wollte der 73-Jährige aufzeigen, wie leicht es ist, über 8 Jahre lang ein geheimes Projekt durch zu ziehen.

Ob der russische Präsident Vladimir Putin eingeweiht oder auch nur Opfer des Deutschen war, ist bislang nicht bekannt. Auch eine regierungsseitige Stellungnahme aus Russland blieb aus. Die USA zeigen sich dagegen erleichtert und sind mit sofortiger Wirkung bereit, Edward Snowden von der Fahndungsliste zu nehmen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt die Auflösung der „turbulenten Ereignisse“. Ein wenig enttäuscht sei man dennoch im Kanzleramt: Schließlich wollte man Edward Snowden noch dieses Jahr in Deutschland befragen, um die NSA-Affäre endlich aufzuklären.

fed; Hinweis: Artikel erschien schon einmal so ähnlich, Bild [M]: Laura Poitras, CC BY 3.0 | Jens U, CC BY-SA 2.0  

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