Gewaltverherrlichend: BPjM setzt Pokémon Go auf den Index

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat Pokémon Go am Donnerstag im Schnellverfahren in ihren Index aufgenommen. Hauptgrund für die Indizierung ist die laut den Jugendschützern verharmlosende Darstellung von Gewaltakten und Glorifizierung der Gefangennahme von Dritten. Damit gesellt sich die umstrittene Software aus dem Hause Niantic zu Spielehits wie Half Life, Call of Duty und Resident Evil…

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Bonn (dw) – Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat Pokémon Go am Donnerstag im Schnellverfahren in ihren Index aufgenommen. Hauptgrund für die Indizierung ist die laut den Jugendschützern verharmlosende Darstellung von Gewaltakten und Glorifizierung der Gefangennahme von Dritten. Damit gesellt sich die umstrittene Software aus dem Hause Niantic zu Spieleklassiker wie Half Life, Call of Duty und Resident Evil.

Kämpfen und Inhaftieren sind zentrale Aufgaben des Spiels, beklagt die BPjM. Dabei sind die in Rage gespielten Jugendlichen regelrecht auf der Suche nach ihren Opfern, den sogenannten Pokémon. Bei Fund werden diese wiederholt mit Bällen beworfen und am Ende in einen Käfig gesperrt. Als Eigentum des Pokémon-Trainers müssen sie nun verschiedenste Aufgaben erfüllen. Besonders tückisch finden die Prüfer die niedliche Grafik, die über den Gewaltfaktor hinweg täuscht. Dabei könne die Wahrnehmung zwischen Spiel und Realität nahtlos verschwimmen.

Nutzer in der gesamten Bundesrepublik sind nun aufgefordert, die App von ihren Smartphones zu löschen. Auch Apple und Android dürfen die Software nicht mehr anbieten.
Der Spielehersteller Niantic hat sich bisher nicht geäußert. Der Verleger Nintendo ließ jedoch verlauten, dass im Gegenzug eine Wiedereinführung in Form einer entschärften Version für den deutschen Markt geplant sei. Diese wird an der USK-18-Einstufung jedoch nicht vorbei kommen, meinen Experten. Immerhin können minderjährige Fans von Pokémon Go dann in Begleitung eines Erwachsenen noch ihrer Spielfreude nachgehen.
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