Wahlbeteiligung unter hundert Prozent: Italiens Parlamentswahl somit ungültig

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Italien - Wahlen - Satire
Wahl in Italien - Sieger
Wohnort des Wahlverlierers

Italiens Bevölkerung gilt als ehrenvoll und besonders sensibel in zwischenmenschlichen Beziehungen. Die verhältnismäßig geringe Wahlbeteiligung von 75 Prozent hinterlässt daher ihre emotionalen Spuren: sämtliche Führungspersonen der konkurrierenden Parteien fühlen sich persönlich gedemütigt, ‚wollen so nicht gewinnen‘ und fordern Neuwahlen.
Wir klären die wichtigsten Fragen.

[toggle title="Wer macht überhaupt mit?"]

  • Coalizione di centro-destra, eine von Silvio Berlusconi organisierte Koalition, die aber Angelino Alfano als Kandidaten stellt. Berlusconi selbst wäre Angelina Jolie lieber gewesen. Diese konnte allerdings nicht antreten, da sie gerade mitten in einer Adoptions-Saison sei. Zwölf afrikanische Perserkatzen und ein behindertes Meerschweinchen freuen sich auf ein neues Zuhause.
  • Italia. Bene Comune: angeführt von Pier Luigi Bersani, der als Tellerwäscher in den USA begann und als Tellerhändler in Italien endete. Er kommt von ganz unten und weiß, was das Volk will, weigert sich aber vehement, es jemandem zu verraten.
  • MoVimente 5 Stelle ist die Partei des italienischen Komikers und Schauspielers Beppe Grillo. Von den eigenen Mitgliedern wird sie sogar als Geheimfavorit gehandelt. Grillos persönliche Vorbilder sind Charlston Heston, Arnold Schwarzenegger und Bürgermeister Quimby.
  • Unione di Santo Nintendo ist ein Verbund zweier führender Köpfe der Unterhaltungsindustrie: Joseph Ratzingers und eines Klemptners mit Schnurrbart. Die genaue Kandidatur ist bislang nicht geklärt, antreten soll aber im Notfall der größere von beiden, was ebenfalls unklar ist. Es handelt sich somit um die intern instabilste Vereinigung des Wahljahres 2013.

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[tog[toggle title="Welche Besonderheiten bietet Italiens Wahlsystem?"]Italiener sind stolz, auf ein individuelles Wahlsystem zurückgreifen zu können, das europaweit einmalig ist. Gewählt wird dabei nicht in anonymisierten Kabinen, wie wir das kennen, sondern in Hallen mit besonders guter Akustik. Die dort versammelten Wähler diskutieren so lange laut im Plenum, bis alle Hunger bekommen und einer plötzlich zu kochen beginnt. Ist das Essen gut, einigt man sich auf den Wunschkandidaten des Kochenden. Sollte es aber nicht allen schmecken, muss der Bezirk regelkonform für Berlusconi abstimmen. Auf diese Weise kommen derart fragmentierte Ergebnisse zustande. Eine weitere Bedingung für die Legitimation der Wahl ist eine hunderprozentige Wahlbeteilung, die im Anschluss an die landesweiten Wahlveranstaltungen durch Hörensagen ermittelt wird. Diese ist gestern gescheitert. [/toggle[/toggle][toggle [toggle title="Wie geht es jetzt weiter?"]ienische Wahlsystem enthält eine Klausel, die eine 30-fache Wahlwiederholung erlaubt. Sollte Italien auch dann nicht zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen sein, beginnt der Zyklus von vorn. Schön, dass wir Europäer trotz zunehmender Assimilierung noch so unterschiedlich geblieben sind.[/toggle] fed; Artikelbild: © Thilo Hilberer, CC BY-ND 2.0

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