Neujahrsansprache: ARD sendet gebrauchtes Material

Von am 1. Januar, 2013

Bundeskanzlerin Angela Ökonomia Merkel (CDU) hielt am Vorabend die obligatorische Neujahrsansprache. Zumindest nahm man das allgemein an. Wir liefern Ihnen eine erste Ereignisanalyse und fassen für Sie die essentiellen Aspekte der Redemontage zusammen.
BERLIN|ndw

Im heutigen Fernsehzeitalter ist einiges Möglich – sogar Aufzeichnungen. So geschah es auch am 31.12.2012, dass die traditionell von der Bundeskanzlerin gehaltene Rede den unwiderruflichen Kalenderumschlag emotional schmücken sollte. Dabei habe aber die hauseigene Intendanz der ARD Teile bereits ausgestrahlter Neujahrsansprachen in die aktuelle hinein geschnitten – angeblich, um Zeit sowie GEZ-Gebühren zu sparen.

Der Betrug sei erst aufgefallen, als die vermeintliche Angela Merkel Leonid Breschnew für die Kollaboration dankte und den bevorstehenden Weltuntergang ansprach, berichtet ein verärgerter Gebührenzahler. Aber auch Kritiken aus dem oppositionellen Lager blieben nicht aus. So bezeichnete der potentielle Kanzlerkandidat und Sohn seines Vaters Peer Steinbrück (SPD) die deklarierte Rede als arm und mit wenig Gehalt, wobei er seiner lexikalischen Linie treu blieb. Die selben Begriffe gebrauchte er nämlich bereits vor wenigen Tagen, als er die kläglichen Lebensumstände der Kanzlerin selbstlos anprangerte.

Im Verlauf der Neujahrslaudatio auf sich selbst mahnte Frau Merkel, wie jedes Jahr, vor kommenden Schwierigkeiten und betonte als passionierte Naturwissenschaftlerin, alle Belange des Lebens nur mit gemeinsamen Lösungen voran treiben zu können. Sie forderte Leistungssteigerung und insbesondere die Armen dazu auf, besser zu verdienen, um ausländische Banker effizienter unterstützen zu können.
Um aber dem Volk Motivation zuzusprechen, berief sich Frau Merkel auf wissenschaftliche Erzählungen aus einem regionalen Fußballverein sowie medizinische Wunder, die laut ihrer Aussage ausschließlich in Deutschland möglich seien. So sei sie einst nach einer fünftägige Grippe auf unerklärlich Weise wieder gesund geworden.

Der Tenor der Neujahrsansprache war nicht nur eindeutig, sondern auch mit vergangenen Jahren inhaltlich nahezu identisch: “Pass auf, Du Bürger!” Dabei behauptete Bundesminister Wolfgang Schäuble (CDU) noch kürzlich gegenüber der Bild-Zeitung, das schlimmste sei überstanden. War das etwa ein Beschwichtigungsversuch der intellektuell schlechter gestellte Bevölkerungsgruppe oder wurden wir Zeuge von mangelnder Absprache?
Fest steht, dass die intraparteiischen Diskrepanzen der Christ-Demokraten nicht das größte Problem Deutschlands darstellen. Ein wesentlicher Teil deutscher Wähler konnte nämlich die ermutigende Rede der Kanzlerin gar nicht erst verfolgen, da er in seinem Drittjob die Nachtschicht antrat. Vielleicht hat er ja Glück und kann Teile davon in der nächsten bestaunen.

fed; Artikelbild: © joachimSpremberg, CC BY-SA 3.0

Sie haben während der Ansprache geweint?
Dann folgen Sie uns bitte
+ weder bei Twitter
+ noch auf Facebook oder Google+
+ und erst recht nicht im Newsreader

  • El_Blindo

    Natürlich war bei dieser Ansprache etwas faul. Dieser Umstand war mir spätestens klar, als Frau Merkel betonte, die Mauer werde noch in 50 oder 100 Jahren stehen.

    • http://nicht-die-welt.de/ NichtDieWelt

      Stimmt, eine Lüge fällt irgendwann auf.

banner