Medien wollen neutral berichten, bis Schuld für syrischen Giftgasangriff eindeutig geklärt ist

, in Medien

Geschätzte Lesezeit: 15 Minuten, 31 Sekunden

Idlib (dw) – Medienverlage haben beschlossen, mit Anschuldigungen zu warten und über den Giftgasangriff in der Provinz Idlib möglichst objektiv zu berichten. Damit wollen deutschsprachige Medien angesichts der vielen Opfer eine respektvolle und ausgewogene Berichterstattung garantieren. Dazu bereit erklärt haben sich Vertreter des Axel-Springer-Verlags, aber auch Journalisten von Zeit Online, SPON, RT-Deutsch und Sputnik.

“Selbst, wenn die Aufklärung der Giftgasattacke länger dauern sollte, ist es wichtig bei den Fakten zu bleiben und journalistische Qualität zu bewahren”, erklärt etwa der Bild.de-Redakteur Julian Reichelt. Um dies zu bewerkstelligen, wollen Reichelt und die übrigen Verantwortungsträger auf reißerische Überschriften, manipulative Bilder und suggestive Formulierungen gänzlich verzichten. Erst, wenn einwandfrei bewiesen ist, wer für den Giftgasangriff in Chan Schaichun verantwortlich ist, wolle man damit beginnen, die Schuldigen zu benennen, so Reichelt weiter. Alle anderen Medienvertreter stimmen ihm dabei zu.

Obwohl es in solchen Konflikten nicht immer einfach sei, habe man sich auch schon in der Vergangenheit stets bemüht, objektiv zu berichten, erklären die Macher. Dabei habe man auf unglaubwürdige und parteiische Quellen im Ukraine-, Jemen- und Syrienkrieg immer verzichtet und ausschließlich neutrale Zeugen befragt. Niemals habe man mit Unterstellungen gearbeitet und die Entscheidung über das eigene Schicksal stets dem jeweiligen Volk überlassen.

fed

facebook

Send this to a friend