Kreml aus Mitgefühl mit Berlins peinlicher Brandenburger-Tor-Ausrede in Deutschlandfarben angestrahlt

, in Welt

Geschätzte Lesezeit: 18 Minuten, 2 Sekunden

Moskau, Berlin (dw) – Moskau kann Berlins Ausrede laut eigenen Angaben gut nachvollziehen. Wie Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag mitteilte, könne man die aus vorgeschobenen Gründen ausgebliebene Solidarität mit den russischen Anschlagsopfern von Montag nachfühlen und wolle deshalb mit einer eigenen Solidaritätsgeste den Kreml in deutschen Nationalfarben erstrahlen lassen. Auch eine Schweigeminute für Deutschlands in diesem Fall stark eingeschränkte Ausredemöglichkeiten sei für Dienstag geplant.

Für Solidaritätsbekundungen am Brandenburger Tor gelten besondere Regeln. Das wisse man in Moskau genau und könne die Ausflüchte Berlins daher anstandslos nachvollziehen. Lediglich Partner- und Städte, zu denen man „eine besondere Verbindung habe“, verdienen und bekamen in der Vergangenheit eine solche Solidaritätsgeste. Und, dass Deutschland keinerlei besondere Beziehung zu St. Petersburg aufweist, sei für die Russen ebenfalls klar. Schließlich hieß die betroffene Stadt während der mehrjährigen deutschen Belagerung im Zweiten Weltkrieg ja noch völlig anders. Leningrad nämlich hatte während der Blockade 1.1 von insgesamt 28 Millionen sowjetischer Kriegsopfer zu beklagen und nicht etwa St. Petersburg.

Auch der russische Präsident Wladimir Putin zeigt größtes Verständnis für den Vorwand, das Brandenburger Tor „wegen der Partnerstadt-Regel und so…“ nicht in russischen Farben erstrahlen zu lassen, und will die Bundeskanzlerin noch am Dienstag persönlich anrufen und sein Mitgefühl kundtun.

Die schwarz-rot-gelbe Beleuchtung des Kreml soll noch bis Ende der Woche anhalten. So haben Millionen Russen die Möglichkeit, ihre Anteilnahme an Berlins verzweifeltem Versuch, Glaubwürdigkeit zu wahren, an einer konkreten Anlaufstelle am Roten Platz zu bekunden.

fed

facebook

Send this to a friend