Nach Wahlniederlage: Peer Steinbrück tritt als Kanzlerkandidat zurück

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BERLIN · Peer Steinbrück zieht aus der verlorenen Bundestagswahl Konsequenzen und tritt vom viel versprechenden Posten des Kanzlerkandidaten für 2013 mit sofortiger Wirkung zurück. Dieser Schritt gebe das richtige Signal für eine Neu-Orientierung der Parteispitze, so der ehemalige Kandidat. Auch Amtsträger anderer Parteien gaben wichtige Posten auf.

[dropcap]E[/dropcap]s ist ein wahrer Ämter-Regen, der sich über Deutschland ergießt: Neben Philipp Rösler, Rainer Brüderle, Renate Künast, Claudia Roth und anderen namhaften Volksvertretern entscheidet sich auch der einstige Spitzen-Anwärter der SPD für einen Rücktritt vom Posten des Kanzlerkandidaten für die vergangene Bundestagswahl. Peer Steinbrück zieht somit die nötige Konsequenz aus einem „eher mäßigen Wahlkampf“ und öffnet einem neuen, bislang unbekannten, Hoffnungsträger ein politisches Türchen für das vergangene Jahr. „Als die Wahllokale schlossen, wusste ich schon, dass es mit der Kanzlerkandidatur vorbei ist“, berichtet der Sozialdemokrat, ohne seine Enttäuschung überspielen zu wollen. Steinbrück bewies bereits im Wahlkampf seine „Geradlinigkeit“. Er „sprach stets die Wahrheit“, reagierte entsprechend auf Erpressungsversuche und schreckte selbst nicht davor zurück, einem unliebsamen Fotografen seine gestische „Meinung zu geigen“. So ist auch dieser Schritt für den 66-jährigen eine Pflicht – wer verliert, habe nun mal Opfer zu bringen.

Einen Rücktritt von seinen übrigen Posten oder gar den kompletten aus der Politik plane Peer Steinbrück entgegen Gerüchten aus dem Regierungslager allerdings nicht. „Wir haben mit den bevorstehenden Koalitionsgesprächen noch eine wichtige Klippe zu meistern“, erklärt er selbstbewusst den Reportern, hält sich bezüglich einer möglichen „großen Koalition“ jedoch bedeckt. Eine Kanzlerkandidatur für 2017 schließt er auf Nachfrage nicht kategorisch aus. Wenn nötig, gerne auch für eine andere Partei, scherzt der mögliche Nachfolger von sich selbst.

Satire - Online - Nachrichten - Magazinfed; Artikelbild: ©  DirkVorderstraße, CC BY 2.0 

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