Kinobesitzer filmt von ‚kinox.to‘ ab

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ISERLOHN · Beamten der Iserlohner Kriminalpolizei gelang am vergangenen Mittwoch ein weiterer Schlag gegen die digitale Piraterie. Der Kinobetreiber und mutmaßliche Raubkopierer Michael H. soll seit Jahren im eigenen Kino vom Internet abgefilmte Filme vorgeführt haben. Damit habe er „kinox.to“ und deren Partner um Millionen-Einnahmen gebracht, heißt es von der Pressestelle des beliebten Online-Unternehmens.

Es ist früher Abend, als die Beamten das Kino stürmen. Die Leinwand zeigt den neuen Peter-Jackson-Film: „Der Hobbit: Smaugs Einöde“. Das Publikum ist begeistert – niemand schöpft Verdacht. Dabei ist der Film lediglich eine am heimischen Computer von der Video-on-Demand-Seite „kinox.to“ abgefilmte Raubkopie.
Abgefilmt wurde zu Hause mit Hilfe eines digitalen Camcorders und einem internetfähigen Rechner, erzählt H. später der Polizei. Dafür schaffte er sich „extra einen großen Monitor“ an.

Jahrelang blieb der Betrug unbemerkt – die Soundqualität war gut, das Bild meistens auch. „Manchmal beschwerten sich meine Zuschauer über Silhouetten eines Tastaturkabels im Bild, waren mit Gratispopkorn jedoch schnell zu besänftigen“, erinnert sich Michael H. gegenüber der Weltpresse. Das Geschäft boomte, bis ein Zufall die Machenschaften von H. zu Fall brachte.
Ein Mitarbeiter von „kinox.to“, der am vergangenen Samstagabend in der später gestürmten Vorführung war, erinnert sich: „Ich war gerade dabei meine Kamera aufzubauen, als ich unser Logo in der rechten oberen Ecke der Leinwand entdeckte. Ich war spät dran, der Film lief schon. Empört alarmierte ich umgehend die Polizei.“
Im März muss sich Michael H. vor dem Amtsgericht Iserlohn für „digitale Piraterie“ verantworten. Die Geschädigten von der Internet-Organisation „kinox.to“ schweigen bisher zu den Einzelheiten, haben jedoch schon angekündigt, die Verhandlung heimlich zu filmen und auf ihrer Link-Plattform zur Verfügung zu stellen.

Satire - Online - Nachrichten - Magazinfed; Screenshot: kinox.to

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