Immer mehr Hinrichtungen: US-Henker-Gewerkschaft fordert Überstundenzuschlag

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Little Rock (dwp) – Henker im US-Bundesstaat Arkansas klagen über unfaire Arbeitsbedingungen. So überschreite die derzeitige Hinrichtungsfrequenz jegliche Tarifvereinbarungen und sorge für unbezahlte Überstunden, heißt es in einem Forderungsschreiben. Sollten die Konditionen nicht bald besser werden, drohen Gewerkschaftsführer mit Streik.

Es ist für mich bereits die vierte Hinrichtung in dieser Woche, klagt etwa John K., der schon seit 5 Jahren als Henker in Arkansas arbeitet. Der gelernte Bankkaufmann wirkt müde und ist mit den immer mehr werdenden Hinrichtungen in seinem Zuständigkeitsbereich überfordert. Es bleibt kaum mehr Zeit für die Familie oder Hobbys, sagt er. Man könne froh sein, dass man bisher nicht am Wochenende arbeiten muss. Aber auch das sei bei der Zunahme an Todesstrafen wohl nur eine Frage der Zeit, so K. weiter.

Tötungen der Verurteilten dauern häufig länger als geplant, berichten auch externe Beobachter. Hausärzte etwa warnen vor Überarbeitung der Vollzugsbeamten: die Gefahr von Gelenk- und Kreislaufbelastungen seien für Henker sehr hoch, nicht zuletzt, weil Tötungsprozeduren gelegentlich auch wiederholt werden müssen. Das lange Herumstehen neben dem Sterbenden gehe ganz schön auf die Beine, so US-Mediziner. Außerdem beklagen die Henker abgelaufenes Gift und somit qualitativ minderwertiges Arbeitsgerät.

Sollte die Henkergewerkschaft mit ihren Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen Erfolg haben, hätte das auch Folgen für andere Berufsgruppen. So klagen etwa US-Drohnenpiloten schon seit Jahren über Bewegungsmangel am Arbeitsplatz und unzureichende Unterstützung ihres Arbeitgebers bei Erkrankungen wie Tennisarm, Haltungsschäden oder Hämorrhoiden.

fed; Bild [M]: Word Coalition Against The Death Penalty, CC BY-SA 2.0

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