Hartz-IV-Empfänger spendet CDU Geld, damit sie endlich auch Politik für ihn macht

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Wuppertal (wp) – Paul Beringer aus Wuppertal hat es satt, bei politischen Entscheidungen ständig übergangen zu werden und will der größten Regierungspartei deshalb eine Spende in Höhe von 50 Euro zukommen lassen. Damit hofft der 2015 wegen einer Rationalisierungsmaßnahme entlassene Bauzeichner, bei kommenden politische Entscheidungen ebenso wie Großkonzerne und andere Spender berücksichtigt zu werden.

„Wenn das bei BMW, Mövenpick und Co. funktioniert, warum dann nicht auch bei mir“, fragte sich der 42-Jährige als er von Wahlkampfspenden großer Unternehmen erfuhr. Beringer ist froh – wie er sagt, „das System mittlerweile durchschaut“ zu haben. Früher dachte er, Steuern zu zahlen und wählen zu gehen, würde vollkommen ausreichen, um von Volksvertretern vertreten zu werden. Heute sei er viel schlauer.

Der Hartz-IV-Empfänger und Familienvater könne zwar keine Hundertausende, wie große Konzerne, für seine 50 Euro würde ihm aber schon eine kleine Verbesserung seiner Lebensumstände genügen. So hofft Beringer nach der Zahlung auf ein passendes Jobangebot oder wenigstens einen freundlichen ARGE-Mitarbeiter beim nächsten Termin. Falls nötig, könne er im darauf folgenden Monat auch anderen Parteien ein paar Euro zukommen lassen, sagt er.

Die Union könne nach eigenen Angaben jede Hilfe gebrauchen und hat auf die Unterstützung des arbeitssuchenden Westfalen positiv reagiert. Angela Merkel persönlich will sich demnach für einen einmaligen Hartz-IV-Zuschuss in Höhe von 50 Euro einsetzen, sollte Beringers Spende rechtzeitig vor den Wahlen ankommen, hieß es in der CDU-Pressemitteilung.

fed; Bild [M]: Erik StrebCC BY-SA 3.0

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