Beweismittelvernichtung: „Guardian“ muss alle Snowden-Bilder unkenntlich machen

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London (dwp) – Die britische Zeitung „The Guardian“ wird seit der Snowden-Enthüllung von der Regierung zunehmend unter Druck gesetzt. Unter Aufsicht der Behörden wurden Redakteure dazu gezwungen, sämtliche Bilder des ehemaligen NSA-Mitarbeiters mit einem Filzstift bis zur Unkenntlichkeit zu verfälschen.

[dropcap]D[/dropcap]ie britische Zeitung „The Guardian“ ist nach eigenen Angaben seit dem Beginn der Snowden-Affäre massiv unter Druck geraten. Am Montag Abend schrieb der Chefredakteur Alan Rusbridger, seine Redaktion sei dazu genötigt worden, sämtliche Beweisbilder zu übermalen sowie aktuelle Ausgaben des Blatts vor den Augen des britischen Geheimdienstes GCHQ zu zerreißen. Bei Zuwiderhandlung habe man mit größeren Agenten mit noch größeren Funkgeräten gedroht, so der eingeschüchterte Journalist.

Seine Zeitung enthüllte vor einigen Monaten den Abhörskandal durch amerikanische Geheimdienste und muss seitdem mit Repressalien rechnen. Mitarbeiter berichten von miserabel geschriebenen Drohbriefen und anderem Übel, geben im Kampf um die Wahrheit jedoch nicht so schnell auf.

Das Bild zeigt eines dieser anonymisierten Ergebnisse aus dem Hause „Guardian„. Hier hat ein mutiger Redakteur dem entflohenen Whistleblower seine Ehre erwiesen und ihn bei der erzwungenen Zensur wenigstens an seinen Lieblingsschauspieler erinnert. Denn das Charlie-Chaplin-Bärtchen erfüllt nicht nur den verschleiernden Zweck, sondern repräsentiert zugleich den Kampf mit einem ungleichen Gegner.

Satire - Online - Nachrichten - Magazinfed; Artikelbild: © Praxis Films, CC BY 3.0 

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