Nach Wettskandal: Hütchenspieler bangen um ihren Ruf

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Fußball - Watten - Satire
Fußball - Wettskandal - Hütchenspieler - Satire
Eine der letzten Vorstellungen: Hütchenspiel

Der Fußball-Wettskandal zieht offensichtlich größere Kreise als befürchtet. Hütchenspieler aus verschiedenen Punkten des Landes fürchten um ihre bislang unbefleckte Reputation – HAMBURG

[dropcap]S[/dropcap]eit nunmehr 40 Jahren im Geschäft, weiß Gerd Kutowski jeden Tag auf´s Neue zu begeistern. Charmant bewegt er seine Becher hin und her, um die leichtfüßige Kugel zu verschleiern. Die Kugel, die den Kern – den Nukleus – seines gesamten Seins darstelle, philosophiert der Unterhalter lächelnd. Doch hinter diesem Lächeln versteckt sich pure Angst. Angst davor, der Nächste zu sein. Eines Morgens aufzuwachen und nicht mehr als beliebter Entertainer zu fungieren, sondern als ein hinterhältiger Betrüger.

Seine Befürchtung, die Empörungswelle könne überschwappen, ist nicht unberechtigt. Ein aktueller Fall beweist, wie schnell ein Image schwinden kann. Für viele Fußballfans brach am vergangenen Montag eine Welt zusammen: „Wie kann Merkel es zulassen, dass hinterm Fußball die Mafia steckt? Ich werd´ nich´ mehr. Ich wusste ja nicht einmal, dass Spieler überhaupt Gehalt kriegen und jetzt sowas„, bemerkt ein aufgebrachter sowie leicht angetrunkener Passant kurz nach Bekanntgabe der Ereignisse.

Zahlreiche Anhänger seien vor allem von sich selbst enttäuscht, da sie den schleichenden Prozess nicht registrierten. Wer habe ahnen können, dass auch werbeinflationierte, monetäre Systeme von Unrecht beherrscht würden? Nichts sei mehr wie früher, weiß der aufgeklärte Mensch seit gestern – Frauen, Autos, Fußball, sogar die Zeit sei eine andere.

Was den Hütchenspiler Gerd anbelangt, so habe er längst zum Pessimismus konvertiert: „Ein Wettskandal in einem mehrfach honorierten Sport ist rational doch kaum zu begreifen„, vertont Kutowski seine Sorge. „Was erwartet uns als Nächstes? Etwa Spekulationen auf Lebensmittelpreise?
Das wäre doch verrückt.

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fed,  Artikelbild: © MihiScholl, CC BY 2.0

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