Chinesen entscheiden sich immer häufiger für deutsche Tattoos

, in Panorama

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Shanghai (dw) – In Europa sind asiatische Zeichen bereits beliebte Tätowiervorlagen. Nacken, Waden aber auch T-Shirts dienen als vermeintliche Werbeflächen für die fernöstliche Sprache. Nun zeichnet sich speziell in China ein neuer Trend ab – starke deutsche Begriffe werden immer beliebter.

Ehre, Hoffnung, Merkel, Schulz sind Schlagwörter, die sich nicht nur in Deutschland besonderer Wirkung erfreuen. Sie demonstrieren Stärke, unreflektiertes Vertrauen, Alternativlosigkeit und sind immer häufiger auf der Haut chinesischer Freigeister zu beobachten. „德国词酷看看“¹, begründet Ming Ling seine Entscheidung zu dem deutschen Tattoo. Ming ist ein chinesischer Hanf-Bauer und kein großer Fan von zu bunten Hautverzierungen – schlicht muss es sein.

Dabei sind asiatische Künstler besonders begabt und deren Motive mannigfaltig, wie keine anderen auf der Welt: blaue Drachen, stehende grüne Drachen, liegende rote – die Auswahl ist enorm. „Eines Tages, vor langer langer Zeit, sah ich sogar einen Bewohner des Erdenrund mit einem sitzenden gelben Drachen auf der geschwungenen Schulter„, erzählt Ling in gewohnter Dramatik und schaut uns vier Minuten lang in die Augen, um der Geschichte Brisanz zu verleihen.

Ling hat noch Platz auf der Haut und möchte schon bald ein weiteres Tattoo erwerben. Sein Favorit dafür ist das ebenfalls deutsche Wort „Globalisierung„.
¹Chinesisch für „Deutsch Wort coolen Look“.

fed; Artikel erschien schon einmal so ähnlich; Bild [M]: © istolethetv, CC BY 2.0

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