Noch mehr Abgase als bei VW: Deutsche Bahn ruft Diesellokomotiven zurück

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Berlin (dwp) – Nun hat es auch die Deutsche Bahn erwischt: Weil bei einer Stichprobenmessung durch ein unabhängiges Institut höhere Abgasmengen als bei VW und Co. festgestellt wurden, werden sämtliche dieselbetriebenen Lokomotiven und Treibzüge in die Werkstatt zurückgerufen und umgerüstet. Fahrgäste müssen ab morgen mit Verspätungen rechnen.

„Eine einzige Diesellok stößt laut Messungen deutlich mehr Schadstoffe aus als etwa ein VW Passat!“, kritisiert Herbert F., ein Mitglied der Untersuchungskommission, die Deutsche Bahn. Ginge es nach F., würde das Unternehmen sofort sämtliche Fahrten einstellen oder auf benzinbetriebene Loks umsteigen müssen.

Wie eine Bahnmitarbeiter mitteilte, seien von der Rückrufaktion die Baureihen 225 bis 247 betroffen. Nun seien alle betroffenen Lokführer aufgerufen, ihre Maschinen unverzüglich in die nächstgelegene Werkstatt zu fahren. Der Rückruf wird den Konzern etwa 370 Millionen Euro kosten. Erhöhungen der Ticketpreise seien laut Bahnvorstand jedoch nicht zu befürchten, weil man Betriebskosten nicht auf den Kunden umlegen wolle.

Sollte die Umrüstung der Diesellokomotiven den Prüfern nicht ausreichen, will die Deutsche Bahn ab 2018 auf Kerosinmotoren umsteigen. Diese seien noch nie negativ aufgefallen. Der Bahnvorstand muss jedenfalls schnell handeln, denn die US-Regierung hat „wegen globaler Luftverschmutzung“ bereits Klage gegen die Deutsche Bahn eingereicht.

fed; Foto: © JoachimKohlerBremen, CC BY-SA 4.0

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