#arschgeweih: Gegenbewegung erschüttert Sexismus-Debatte

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#aufschrei - Sexismus - Debatte - Satire
Bevor sie anfing, Männer zu hassen: Anne W.

Seit Tagen wird Rainer Brüderles heterosexuelle Einstellung zu Dingen medial demontiert. Um so überraschender ist die Unterstützung aus dem vermeintlich feindlichen Lager. Dem Lager der Frau – AACHEN

[dropcap]S[/dropcap]ie glotzen, sie pfeifen, sie witzeln – Anne Wizorek, eine Beraterin für feminine Onlinestrategien, hat genug. Genug von Männern, die es nicht verstehen, ihren zweitstärksten Instinkt zu unterdrücken. Der Wille, sich fortzupflanzen, sei nicht nur ekelhaft, sondern bei männlichen Menschen sogar unlogisch. Schließlich bringe die Frau Nachwuchs hervor und nicht das unnütze und häufig schwitzende Geschlechtsantonym.

Die Idee, einen #aufschrei ins nationale Leben zu rufen, kam, wie so oft, auf dem Klo. DIE Toilette, DIE Küche seien DEM Ruhm und DEM Frieden hierarchisch unterstellt. Ein Licht ging auf. So fasste man sich ein Herz, einen Twitteraccount und journalistischen Zauberstaub, um Sexismus-Geschichten hier und da ein wenig auszuschmücken. Nicht dramatisch – nur so viel, dass das männliche Hirn #aufschreit. Daher auch der Name.

Sexismus beginne bereits auf der Straße, sobald man vom Fremdgeschlecht begutachtet wird. Kaum zu ertragen. Man mache sich schließlich nicht für Andere schön, quillt es aus der eng ansitzenden Meinung. Der beste Beweis für die Legitimation dieser Bewegung seien ohnehin die vielen Fanmails an Anne Wizorek, die ihr anböten, sexuelle Frustration zu besiegen. Die meisten davon lehnte sie aber konsequent ab.

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Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. So folgten zahlreiche Interviews, Werbeangebote und von namhaften Feministinnen gecoachten Auftritte in nicht weniger namhaften Talkshows. Als Günter Jauch traditionell einen Sitzplatz anbot, fühlte man sich geschlechtlich gemaßregelt. Dennoch genieße man die mediale Präsenz. Man wolle vieles anders und besser machen, als die erfolgreiche, jedoch bereits konservierte, Alice-Generation. Um die Sexismus-Debatte zu untermauern verweise man zusätzlich auf einen #aufschrei gegen Rassismus, Homophobie, Arachnophobie, Babyklau und ähnliche populistische Meinungsformer.

Sexismus ist falsch, zu verurteilen und bei körperlichen Übergriffen hart zu bestrafen. Da sind wir uns einig. Aber entspricht diese Darstellung wirklich dem aktuell aufflammenden Adäquat? Ich beobachte Männer, die den Umgang mit Frauen einfach verlernt haben und sich wie verschüchterte Kälber verhalten. Von heuchlerischer Emanziflation übermannt. Das fanden auch andere kluge, attraktive Frauen und gründeten eine Nebenbewegung: #arschgeweih appelliert an die nötige Gleichstellung und geschlechtsadäquates Verhalten. „Frauen wollen Männer – keine Lappen„, beteuert Bettina Heinrich, eine der Initiatorinnen, die ihre Weiblichkeit einzusetzen versteht, und ergänzt: „Mir fiel beim Lesen so mancher Sexismus-Berichte beinahe der Lippenstift aus der Hand.

Wie geht es nun weiter? Werden die beiden Bewegungen sich vertragen? Anne Wizorek sehe jedenfalls keinen Hinderungsgrund für eine Kooperation. Sie finde Frauen gut. Das habe sie von ihrem Vater, gesteht sie und muss sich ein wenig schämen, da sie die Eigenschaften eines Mannes für sich entdeckt.

¹Einiges entspricht offizieller Darstellung

fed,  Artikelbild: © Benjamin Thorn  / pixelio.de

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