Amazon nimmt Bücher zum Thema Leiharbeit aus dem Sortiment

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Amazon - Leiharbeit - Bücher - Satire
Amazon - Leiharbeit - Sklaverei - Satire
Werden kaum gelesen: Bücher

Das Versandhaus Amazon reagiert auf zahlreiche Vorwürfe unangemessener Haltung von geliehenen Arbeitern und zieht Konsequenzen aus der Affäre. Ab sofort werden sämtliche Bücher über Leiharbeit, Armut und Sklaverei nicht mehr angeboten – (ndw)

[dropcap]N[/dropcap]achrichtenagenturen, Politiker und Arbeitsvermittler sind irritiert – seit wann gilt geliehene Arbeit als ungerecht? Zugegeben, der klassische Arbeitsvertrag einer solchen Beschäftigung hat seine Tücken: für die Arbeit eines Festangestellten wird man nur partiell entlohnt und ist zudem jederzeit kündbar. Ein Anruf genügt. Doch man „kommt gut rum“ und darf sich an Gratis-Spannung erfreuen, da man nie weiß, was morgen passiert.

Trotz dieser Vorteile zeigt sich die Leitung von Amazon einsichtig und bedauert vereinzelte Fälle von Ausbeutung. Ausländische Arbeiter hatten kleinere Käfige als die deutschen Kollegen, was so natürlich nicht in Ordnung sei und umgehend korrigiert werde. Außerdem wolle man sich mit sofortiger Wirkung von Büchern zu dieser Thematik verabschieden. „Aus den Augen – aus dem Sinn“, scherzt dazu Pressesprecherin Anne Kladsche und pflückt eine Blume für die Armen, die sie demonstrativ in die Kamera hält.

Währenddessen streicht Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) wiederholt unliebsame Passagen aus dem Armutsbericht. Niemand werde reich geboren, argumentiert er in Sprechblasen Dritter und kritisiert den albernen Armutstrend. Glücklicherweise berichtet die Tagesschau über dieses Ereignis zu einer angemessenen Uhrzeit – nachts um halb zwei. So sei sichergestellt, dass hauptberufliche Flaschensammler noch vor ihrer Arbeit die Meldung in Ruhe vernehmen können. Bei einer Tasse löslichen Kaffees.

Satire - Online - Nachrichten - Magazinfed; Artikelbild: © azrasta, CC BY-SA-NC 2.0

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